03.08.2020
Dirk Hülsemann, Soest
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Dirk Hülsemann, Soest

Das Währungsgebiet Soester Kupfermünzen von 1559 - 1749


Das Kupfergeld der Stadt Soest hat im westfälischen Münzumlauf des 16. bis 18. Jhd. tatsächlich eine bedeutende Rolle gespielt. Wegen ihrer leuchtend roten Kupferfarbe „Rotfüchse“ genannt, waren besonders die Soester 3-Pfennig-Stücke zusammen mit den Kupferdreiern der Stadt Hamm im Hellweggebiet verbreitet. Die Ausprägung muß in sehr umfangreicher Menge erfolgt sein.

Aus Streifzügen durch die Soester Münzgeschichte 1967 von Prof. Dr. Berghaus, Numismatiker des Landesmuseums in Münster 1995 übernahm Dr. Ilisch die Aussage seines Vorgängers.


Über dem Adlerkopf oben rechts finden wir die Soester Börde mit der der Stadt Soest, das Haupt Währungsgebiet Soester Kupfermünzen.
Genommen wurden die Münzen aber auch links und rechts der Börde. Vereinzelt reichten die Gebiete bis ins benachbarte Amt Unna, in das kölnische Westfalen, bevorzugt Sauerland und östlich ins Paderborner Land hinein.



Die territoriale Landkarte des Ruhr-Lippe-Raums im 16. Jahrhundert

Es waren sechs Territorien, die sich zum Teil nur partiell in diesem Gebiet befanden. Von Westen nach Osten handelte es sich um das Herzogtum Kleve, das Herzogtum Berg, die Abtei Essen-Werden, das Vest Recklinghausen, die Grafschaft Mark und die freie Reichsstadt Dortmund.
Einen ähnlichen Verbund stellten die Herzogtümer Kleve und Berg sowie die Grafschaft Mark dar, die mit dem Herzogtum Jülich und der Grafschaft Ravensberg zum Besitz der Herzöge zu Kleve gehörten.

Entstehung der Grafschaft Mark
und Einbindung in die jülich-klevischen Länder

Im 13. Jahrhundert sammelten die Grafen von der Mark in dem Bereich der späteren Grafschaft immer mehr Besitz und Herrschaftsrechte an, so dass sie ein geschlossenes Territorium bilden konnten. Das Verwaltungszentrum der Grafschaft Mark befand sich in Hamm. Die Grafen von der Mark wurden ab 1398 durch Heirat auch Herzöge von Kleve. Der Herrschaftssitz für beide Territorien befand sich seitdem in Kleve. Durch weitere Heiratspolitik verbanden sich schließlich ab 1521 die Herzogtümer Jülich, Berg, Kleve, sowie die Grafschaften Mark und Ravensberg.

 





Herzog Wilhelm V. (1516-1592), genannt Wilhelm der Reiche, regierte in der Grafschaft Mark seit Anfang Februar 1539. Er war der Fürst mit dem größten Herrschaftsgebiet im Nordwesten des Reiches. Er war gleichzeitig Herzog von Jülich, Herzog von Berg, Herzog von Kleve, Graf von der Mark und Graf von Ravensberg.

 

Johann Wilhelm, der zweite Sohn Herzog Wilhelms, sollte Bischof von Münster werden. Als der ursprünglich vorgesehene Erbe des Herzogsamtes 1575 starb rückte Johann Wilhelm zum Erben der jülich-klevischen Länder auf.
1592 starb Herzog Wilhelm. Zu seinem Erbe gehörte auch die Grafschaft Mark.


Am 25. März 1609 starb Johann Wilhelm ohne Erben. Um seine Ländereien stritten sich die Söhne seiner Schwäger im Jülich-Klevischen Erbfolgestreit.

Kleve, so auch Soest wird preussisch

Brandenburgs Kurfürst Joachim Friedrich kam durch Heirat mit der Nichte des regierenden Herzogs Johann Wilhelm, Eleonore von Preußen, an die Klevischen Güter. Das Herzogtum Kleve an der niederländischen Grenze ist fortan die westlichste Besitzung Kurbrandenburgs und später des Königreichs Preußen.

Kurfürst Friedrich Wilhelm residiert in der Klever Schwanenburg, nach seiner Heirat mit Louise Henriette von Oranien zwischen 1646 bis 1649 und mit Unterbrechungen bis 1653. Erst jetzt, neun Jahre nach seinem Regierungsantritt, gelingt es ihm, die Kleveschen Stände unter Zusicherung weitgehender Privilegien zur Erbhuldigung zu bewegen.

Unter König Friedrich I. schwindet Kleves Bedeutung rapide. Ganze 400 Taler pro Jahr bewilligt der sonst verschwenderische König für die Erhaltung der königlichen Gebäude und Anlagen. Die Burg zerfällt, wird teilweise abgerissen.

Diese Entwicklung hält unter Friedrich Wilhelm I. an.

Auch Friedrich II. hält nicht viel von Kleve und dem "Soester Kaff". Die preußische Bastion am Rhein ist als „isolierte Provinz“ im Westen militärisch immer wieder ungeschützt, so auch im Siebenjährigen Krieg, in dem Friedrich II. Stadt und Provinz den Franzosen preisgibt.

Seiner Münzreform fallen nicht nur die Soester Kupfermünzen zum Opfer.
Vortan wird immer wieder versucht das Münzwesen in Preussen zu vereinfachen.





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Die besondere Münze
Soest prägte die erste städtische Kupfermünze in Westfalen 1559
Ein einseitiger Heller
Westfalens kleinste Münze
Mit 0,11g und einem Durchmesser von 6 bis 7 mm stellt diese zierliche Münze die kleinste westfälische Münz- einheit des Mittelalters dar.
Sie ist in der Zeit 1261 - 1274 unter Erzbischof Engelbert II in Soest geprägt.

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